Unser Schulhund Rasmus

Bis zum Schuljahresende im August 2009 hatten wir den freundlichen Schäferhund Artax als Schulhund. Leider gehört er aber der Tochter von Frau Ocker-Martin, die eine Stelle als Lehrerin in Darmstadt bekam. So musste Artax nach Darmstadt umziehen und darf nun dort in die Schule gehen. Und an unsere Stadtschule kam der junge Collie-Rüde Rasmus.

 

Unser Schulhund Rasmus

 

Ein Text von

Ulrike Ocker-Martin

(8 Din A4-Seiten / pdf-Datei)

Rasmus

"Ein Hund geht zur (Stadt-)Schule"

 

Rasmus wurde im Juni 2010 ein Jahr alt und er hört nun endlich auf zu wachsen. Jetzt ist er bereits ein großer, freundlicher, ruhiger Hund, der über einen guten Grundgehorsam verfügt und regelmäßig gerne die Hundeschule besucht. Er wird mit Clickertraining ausgebildet und hat sehr viel Spaß daran, verschiedene Tricks für die Kinder zu lernen.

 

Er kann z.B. seinen roten Teppich selber ausrollen, mit einem großen Schaumstoffwürfel per Nase oder Pfote Rechenaufgaben würfeln, er kann Teppichfliesen bringen, über Ranzen springen, versteckte Dinge suchen. Kinder liebt er sehr und kommt daher immer mit großer Freude in die Schule. Gemeinsam mit Frau Ocker-Martin hat er ein Schulhundteam-Seminar besucht und dort sehr positive Rückmeldungen für sein Verhalten bekommen.

 

Seit November 2009 kommt Rasmus regelmäßig 1x pro Woche in die Schule. Er besucht dann die Klasse von Frau Ocker-Martin, zur Zeit ist das die Klasse 2a. Nach und nach stellt er sich aber in allen Klassen der Stadtschule vor, damit alle Kinder ein wenig erfahrener im sicheren Umgang mit Hunden werden und die Regeln hierfür besser verstehen können. Aus diesem Grund gibt es im Schuljahr 2010/2011 auch eine Hunde-AG.

 

Wenn Rasmus etwas älter ist, darf er - wenn er das mag - auch öfter mit in die Schule kommen. Aber ein Schulvormittag mit so vielen Kindern und dem dazugehörigen Lärmpegel ist sehr anstrengend – nicht nur für einen (jungen) Hund. Alle Kinder freuen sich auf den Besuch des Hundes und die meisten kommen an den Hunde-Besuchstagen viel lieber zur Schule.

 

Hundeführerschein-Prüfung bestanden!(15.05.2011)

 

Am 15. Mai 2011 hat unser Schulhund Rasmus die Hundeführerschein-Prüfung des Verbandes Hessischer Hundeschulen mit der Wertnote "Sehr gut" bestanden. Diese Prüfung beinhaltet neben Grundgehorsam und Leinenführigkeit auch die Bewältigung alltäglicher Konflikte (Begegnung mit Joggern, Autofahrern, Kindern, fremden Menschen, die den Hund bedrängen,..). Der Hund soll hier seine Zuverlässigkeit in wirklichkeitsnahen und alltäglichen Situationen unter Beweis stellen. Mit dieser Prüfung soll der Nachweis für Behörden und Besitzer erbracht werden, inwieweit der Hund als zuverlässig einzustufen ist. Die Prüfung setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen; beide Teile wurden von Ulrike Ocker-Martin als Hundeführerin und Schulhund Rasmus souverän ausgeführt. Rasmus hat noch nicht einmal mit der Pfote gezuckt, als die Richterin ihre Mappe direkt auf seine Vorderpfoten fallen ließ. Wahrscheinlich hat er in dieser Hinsicht schon eine Reihe ähnlicher Erfahrungen in der Schule machen können. Wir freuen uns, dass er auch in dieser Prüfung seine Zuverlässigkeit nachhaltig unter Beweis stellen konnte.

 

 

Rasmus in der Schulklasse

 

Im Rahmen des Sommerfestes der Firma Fressnapf bekam die Stadtschule am 10. September 2010 die Möglichkeit, das Schulhundprojekt vorzustellen. Frau Ocker-Martin hatte einen kleinen Ausstellungstisch mit Büchern, Bilderbüchern, Fotos und Schülerarbeiten zum Thema vorbereitet und beantwortete gern alle Fragen. - Und Schulhund Rasmus zeigte sich von seiner besten Seite.

 

Schulhund Rasmus beim Sommerfest der Firma Fressnapf

Schulhund Rasmus beim Sommerfest der Firma Fressnapf

 

Schulhund Rasmus beim Sommerfest der Firma Fressnapf

Schulhund Rasmus beim Sommerfest der Firma Fressnapf

Schulhund Rasmus beim Sommerfest der Firma Fressnapf

 

 

Der Besuch von Rasmus in unserer Klasse (11.03.2011)

 

Am Freitag, dem 11.3.2011 besuchte uns unser Schulhund Rasmus in der Klasse 4a. Frau Ocker-Martin zeigte uns einige Tricks die Rasmus beherrscht. Wir durften ihn auch mit Fleischwurst belohnen. Alle Kinder saßen in einem Stuhlkreis und Rasmus lag in der Mitte auf seinem Teppich. Rasmus kann sogar lesen. Er unterscheidet „Ja“ und „Nein“. Frau Ocker-Martin stellte ihm drei Fragen:

  1. Rasmus, bin ich eine nette Lehrerin? Rasmus ging zum „Ja-Schild“.

  2. Rasmus, bist du ein schlauer Hund? Auch jetzt ging er zum „Ja-Schild“.

  3. Rasmus, sind die Kinder hier böse? Diesmal lief er (natürlich) sofort zum „Nein-Schild“

 

Besuch von Rasmus in der Klasse 4a

 

 

Frau Ocker-Martin erzählte auch, dass Rasmus den Kindern in der ersten Klasse schon Rechenaufgaben mit einem Schaumstoffwürfel gewürfelt hat. Außerdem haben wir noch erfahren, dass er 18 Monate alt ist und wir haben uns die Milchzähne, die er als „Babyhund“ verloren hat, angesehen.

 

Zum Schluss haben wir alle noch einen Zettel mit Regeln für den richtigen Umgang mit Rasmus und ein Lesezeichen bekommen. Es hat uns allen sehr gut gefallen, dass Rasmus uns besucht hat. Besonders schön war, dass niemand in der Klasse Angst vor ihm hatte. Vielleicht besucht er uns bald mal wieder.

 

Verfasser/innen: Can Arslan, Diana Buchmann, Martyna Koziol, Carla Löchel und Elea Pichl Klasse 4a


Evaluation Schulhund

Juni 2013 (nach vier Jahren Begleitung in meiner eigenen Klasse)

Zum Abschluss der Grundschulzeit habe ich alle 16 Kinder meiner Klasse (4a) mit einem anonymen Fragebogen über ihre Erfahrungen mit dem Schulhund Rasmus befragt.

Von 16 Kindern antworteten alle, dass es ihnen sehr gefallen habe, wenn der Hund in der Klasse war. Sie begründeten ihren Meinung unterschiedlich wie folgt: Lernen macht mit ihm mehr Spaß; er ist unser Glücksbringer; er hat uns bei der Arbeit geholfen; weil er süß und gut erzogen ist, weil ich ihn lieb habe; weil wir Spaß mit ihm und viel gelacht haben; er hat nicht genervt; er ist der beste Schulhund der Welt; ich kann mich mit ihm besser konzentrieren; er kann uns Kunststücke zeigen; ich hab ihn oft nicht einmal bemerkt; er ist so cool; weil wir mit ihm spielen können; weil er so ruhig ist, dass ich ihn einfach mag;

Ähnliche Antworten ergab die Frage, was genau die Kinder an ihm schätzen: An Rasmus gefällt mir alles; er ist so witzig, er ist schön; er ist gut erzogen; er hört so gut auf Frau Ocker-Martin; er stört nie; er hört gut zu und bellt nicht; er ist süß; er kann schöne Kunststücke; er ist so schlau und lernt schnell; er würde niemals beißen; er hört auf uns; er ist lieb und super gut erzogen;

3 Kinder der Klasse geben zu, dass sie im 1. Schuljahr ein wenig Angst hatten, weil er so groß ist, oder sich erschreckt haben, wenn er mal gebellt hat.

15 Kinder haben sich beim Arbeiten nicht gestört oder abgelenkt gefühlt durch die Anwesenheit des Hundes; 1 Kind fühlte sich manchmal abgelenkt.

Alle 16 Kinder würden sich einen Schulhund für die neue Klasse an der weiterführenden Schule wünschen.

Das Ergebnis dieser Befragung ist durchweg positiv und bestätigt die angenommenen positiven Auswirkungen eines Schulhundes auf die Atmosphäre in einer Klasse.

 
Ulrike Ocker-Martin